Irgendwie hat es da ein Problem mit dem Anhängen der Bilder gegeben ...
Ist das Bild mit dem gepönten Wassergang von der JYLLAND ? Ich hatte oben, glaube ich, schon festgestellt, daß gepönte Wassergänge gar nicht unüblich waren oder wahrscheinlich die Regel, wenn sie dicker waren als die Decksplanken. Das Problem ist, daß viele Modellbauer es gewohnt sind, ihre Modelle ohne Farbe darzustellen, was dann die Sehgewohnheiten in der Zunft geprägt hat.
@wefalck Das Problem mit den Bildern ist behoben. .. beim Speichern des Beitrags lief was schief - und so musste ich alle Bilder nochmal anhängen. Dann hatte ich aber erstmal nicht die Übersicht, welche der Bilder ich weg gelassen habe im Bericht.. .. und so waren kurz gar keine, später zu viele Bilder da..
Das Schiff auf dem Photo ist die US Frigate Constitution (natürlich, .. ein Beitrag von mir und eine Fregatte? ..was könnte das schon für eine sein ). Habs jetzt aber aufgrund Deiner Frage im Text erläutert. Das Photo ist aus dem MSW geliehen
Farbe, Wassergang, ja, Du hattest es erwähnt und ich war und bin Dir dankbar dafür. Denn bis ich es auf diesem Photo (wieder?)-gesehen habe, bzw. bis Du es bestätigt hast, war ich mir unsicher. Die Erklärung macht natürlich auch Sinn! .. beide: warum Farbe drauf - und warum oft nicht erwartet.
Servus, das mein Lieber ist nicht der Wassergang, das ist das Leibholz. Die Leibung gehört zum Deck, der Wassergang gehört zum Schandeckel und Schanzkleid.
Grüße
Robert
Und wenn mich dann die Arbeitswut packt,....setze ich mich ganz still in eine Ecke und warte bis der Anfall vorüber ist.
In der Werft: Knochenmodell "Royal Caroline" 1749 M 1: 50 Spantmodell Engl. 74 Kanonenschiff 1781 M 1: 50 nach M. Stalkartt Projekt Phantom M 1: 50
Robert hat recht - im Prinzip. Es hängt aber von der Konstruktion ab was was ist. Bei kleineren Fahrzeugen kann das Leibholz und der Schandeckel ein Teil sein (oder wenigstens so aussehen, da alles in einer Eben liegt). Ich denke das trifft auf die ALERT zu. Richtiger ist dann aber wohl von einem gepönten Schandeckel zu reden.
Zitat von Marcus.K. im Beitrag #60Auch am Bug: eine ziemlich heftig klaffende Lücke. Ober der Steven so dick sein wird, DAS Loch zu füllen?
Ahoi @Marcus.K. Zweifel sind hier in der Tat angebracht. Es sieht so aus, als ob die Teile der äußeren Bordwand zu kurz sind. Hast du bei deinen Scans nach dem Ausdrucken mal nachgemessen und mit dem Originalteil verglichen? Der Spalt kann aber auch dadurch zustande gekommen sein, dass deine "Innenteile" der Bordwand zu dick sind. Aber nach der alten Ingenieursweisheit "Messen ist Wissen" kannst du ja die Breite des Spalts ermitteln und dann schauen, wie dick im Bausatz der Steven ist. Bei meinen Kolumbusschiffen sind das reichlich 2,5 mm - sind wir Schiffe aus einer anderen Zeit, aber zumindest ist es der selbe Maßstab und der selbe Hersteller...
Was mir noch kritisch erscheint: Auf den Fotos sieht der Abstand der unteren Kante der Bordwand zur Innenbeplankung recht groß aus. Wenn da die Zweitbeplankung drauf kommt, wird das wohl eine ziemliche Kante geben. Aber ok, musst du eben das Barkholz, was da dann draufkommt, etwas dicker schnitzen.
Die Länge der Bauteile nach dem Scan und Ausdruck stimmt. Wie gesagt, ich muss die Breite ca. 2 % hochsetzten. Was sehr schwierig war, ist das "trockenüben" vor dem Ankleben. Da ich das Furnier nicht vorbiege, muss ich es einfach an den Rumpf halten. Aber das mit zwei Händen ist schon schwierig. Jetzt noch zu messen unmöglich. Und es ist nahezu unmöglich, beim ranhalten nicht zu verrutschen. So schien die Länge passend, es ist aber wohl zu kurz. Muss ich mal sehen, wie ich diese Lücke schließe. Das nächste Mal muss ich das besser vorbereiten.
Die Stufe ist ebenfalls heftig. Aber da hoffe ich, dass das Furnier bei den Planken ähnlich "aufträgt", wie oben am Schanzkeid. Aber wird schon noch werden. Runterreissen möchte ich an dieser Stelle jetzt nicht mehr...
Ünrigens: danke auch an alle, die mir mit Rat zur Seite stehen!
Während ja die formgebende "Beplankung" nur mit dem relativ dünnem Karton ohne extra Aufdickung erfolgte und sich durch die Überlappung und die "Stütztstellen" des Gerippes eine gewissen Gefahr für Abbildung derselben in der finalen Beplankung befürchtet werden muss, war zu überlegen, ob man dem Rat der Experten folgt und eine Behandlung mit Spachtel + Schleifen durchführt.
Mrs. Ladd und ich haben uns dagegen entschieden. Begründung: eine einfache Kosten-Nutzen- bzw. Kosten-Risiko-Abschätzung.
Die aufgedickten Kartons der 2ten Beplankung sowie deren bisher gesehenes Verhalten lassen das Risikio, dass die sehr kleinen Überstände der Papier-Überlappungen oder auch die Rippen des Spantengerüstes sich darüber noch abbilden gering erscheinen. Auch die finale Klinkerbeplankung soll - wenn es funktioniert - mit Furnier gemacht werden. Die größere Steifigkeit der Furnierstreifen wird ebenfalls dazu beitragen, dass etwaige Sprünge kaschiert werden können. So zumindest die Hoffnung derzeit. Das Risiko scheint überschaubar.
Dem gegenüber steht ein doch nicht unerheblicher Aufwand mit spachteln, trocknen und schleifen - den zu Umgehen ich ja eigentlich mit Papier begonnen habe Der Aufwand für das Spachteln erscheint mir derzeit recht hoch.
Da dies sowieso ein "Versuchobjekt" ist und ich es vor allem zum Erfahrungsaufbau verwende, gehe ich mal den riskanteren Weg und lass das Spachteln weg.
Die Auszuschneidende Unterbeplankung, die ich auf schwarzen Karton geklebt habe, hat nun - parallel zu den finalen Klinkerplanken verlaufende Streifen, bei denen quais 3 "Planken" am Anfang und Ende zusammenhängend bleiben. Die Längsschnitte, die diesen 3-Planken-breiten Steifen wiederum teilen, helfen vermutlich beim Anschmiegen an die 3-dimensional gekrümmte Fläche. Probesitze der ersten Planke waren vielversprechend. Auch die Länge stimmt gut!
Im Hintergrund seht ihr den Bogen mit den "3er-Planken" - die ersten beiden schon ausgeschnitten und hier im Vordergrund aufgeklebt.
Sie "schließen" nicht sauber - aber das wird auch nicht notwendig sein, werden sie doch von der finalen Beplankung überdeckt. Ich habe dennoch schwarzen Karton zum Aufdiecken verwendet, damit etwaige doch auftretende Spalten in der finalen Beplankung zumindest dunkel erscheinen.
Etwas seltsam erscheint mir dieser rote "Haken" den der Bausatz am hinteren Ende der inneren Schanzbord-Planke vorgesehen hat, und der jetzt den Übergang zw. Schanzkleid und recht flach verlaufenden Heck des Rumpfes empfindlich stört.
Ich vermute, ich werde sie an beiden Seiten kürzen müssen und mit der Verkleidung des Hecks noch meinen Spaß haben ..das dürfte wohl eine der schwierigen Ecken des Bausatzes werden.
Es folgen jetzt noch pro Seite 5 3er-Planken... wobei halt! .. da sind ja zwei "2er-"Planken .. und zu denen hätte ich gleich mal eine Frage an die Cracks!
Ich hatte die Linien "zwischen" den Spalten der bereits ausgeschnittenen Teile 27p und l als "Auszuschneiden" verstanden. Nun fällt mir auf, dass diese Interpretation möglicherweise fehlerhaft sein könnte.. denn .. wenn ich an den folgenden Teilen die untereste Linie betrachte, müsste ich ja an der Unterkante einen kleinen Streifen abschneiden!... wenn das so wäre, warum hat Shipyard den denn dann überhaupt gedruckt??
@Bonden@Klabauter @irgendwer?? Habt ihr das schon mal gesehen und wisst, wie es zu interpretieren ist? Könnte es sein, dass ich gerade die Markierung für die Klinkerplanken wegschnitten hatte?? Urg.. Ein kleines Bildchen rechts unten im Plan deutet mir das gerade an..
Wie war das noch gleich? "wenn gar nichts mehr hilft, schaue in die Anleitung!" .. und doppel "ARG!!" .. schaue gerade nochmal in einen schönen Baubericht beim MSW und bemerke, ich habe ein Foto nicht genau genug angesehen: wo ich eine Schnittkante erblickte und dachte, das sei eine solche Trennung, sehe ich jetzt: das war tatsächlich ein Ende einer Planke - aber darüber sind die Felder, die man eben NICHT ausschneidet.. SUPER!
Also hoffen, dass diese paar Millimeter mir nicht das Genick brechen - aber es ist ja noch "nur" die Unterbeplankung.. Drückt mir die Daumen ...
PS: übrigens- der Sprung zwischen Rumpf und der äußeren Schanzbord-Kante wird mit der Unterbeplankung quais fast völlig aufgefüllt. Das wird am Ende gut passen, wenigstens da funktioniert der Plan noch.
Ich würde sagen: Das wird so nichts! Ich kenne Dein Schiff nicht, aber war der Rumpf nicht geklinkert? Dann solltest Du doch vom Kiel zur Wasserline arbeiten?!
Zitat von Klabauter im Beitrag #68Ich würde sagen: Das wird so nichts!
Dazu passt:
Zitat von Marcus.K. im Beitrag #53 (S)he cannot see the plan, so (s)he will not believe in the plan.
Du kannst den Plan natürlich auch nicht kennen ... :-) .. aber es ist schon alles richtig - gem. Plan. .. äh.. also mit "alles" meine ich hier, meine Baureihenfolge und Richtung.
Auf dem Bild des Plans kann man es sehen. In der Mitte der Planseite (auf dem Photo oben) etwa sieht man zunächst die untere Beplankung, die auf die Form (Bild 1 des letzten Beitrags) aufklebt wird.. die Bauteile 26 (das ich aus Holzfurnier gefertigt hatte, weil es mit der Klinkerbeplankung (die dann unterhalb folgt) Sichtseite ist. ) und danach kommen die Teile 27 bis 32.. von oben nach unten. Das (Teil 27) ist, wo ich mich gerade befinde.
Auf dem Bild des Plans unten dann die spätere Klinkerbeplankung - und DIE kommt dann von unten nach oben: Teile 33 - 49. Teil 49 wird dann wohl das Barkholz sein, das den Übergang Klinkerbeplankung des unteren Schiffs mit der "normalen" Kraweelbeplankung des Überwasserschiffs verbindet - in meinem Fall einfach nur das Schanzkleid.
Was ich nicht richtig gemacht habe ist eben, dass ich die Vorlage missverstanden hatte und da, wo die Unterbeplankung mir die Position der Klinkerbeplankung darüber anzeigen sollte, diese Bereiche ausgeschnitten hatte für die letzten drei Planken (oben). Aber ich denke, das wird den Bau nicht killen. Ich denke, die letzten Klinkerplanken kriege ich auch ohne "Zielmarkierung" hin - zumal dann das Barkholz alle Ungereimtheiten im Anschluss zum Schanzkleid verbergen sollte.
Aber ich sehe schon: meine Verwirrung überträgt sich über meine Bilder und meinen Text auf die Zuschauer. Da ihr den Plan nicht kennt, könnt ihr mir vermutlich nicht gut folgen. Zumal ich ja auch während des Schreibens die Erkenntnis und Erleuchtung erhalte. Das ist für den geneigten Leser vermutlich nicht gerade einfach. Sollte mir das besser überlegen für Euch. Sonst ist das schwer nachvollziehbar. Dafür bitte ich mal hier um Entschuldigung. Ich sollte mir auch für das Bauberichtschreiben mehr Zeit gönnen. Wie immer zu hudelig und hektisch!
"Ommm.. " "in der Ruhe liegt die Kraft!" .. "mach laaaaaangsam..."
Zitat von Klabauter im Beitrag #68Ich kenne Dein Schiff nicht, aber war der Rumpf nicht geklinkert?
Der Plan von Shipyard, wie auch die Zeichnungen von Goodwin im AOTS-Band - wie auch die Modelle im NMM zeigen meist geklinkerte Rümpfe an Kutter. Allerdings: laut AOTS-Band, S. 22 Table 8 wurde die Alert nach zunächst "painted Bottom" dann im Juli 1777 gekupfert. Wie das auf einem Klinkerrumpf funktioniert, ist mir nicht ganz klar.. aber die Tabelle gibt an, dass sie schon im Okober 1777 (!!) ein zweites Mal gekupfert bzw. der Kupferbeschlag repariert wurde. Ein Zeichen dafür, dass das nicht ganz einfach war? Oder ein Zeichen dafür, dass die Alert gar eine Kraweelbeplankten Rumpf hatte - und damit ein Exemplar des Übergangs zu größeren, nicht mehr Klinker-beplankten Rümpfen ist? Die Klinkerrümpfe neigen bei größeren Schiffen eher zu Undichtigkeit, wodurch diese Beplankung bei eher kleineren Schiffen und natürlich Booten angewendet werden konnte.
Ein diskutierter Weg Klinkerbeplankung zu kupfern ist ja offenbar, eine "glatte" Zwischenschicht auf die Klinkerkontur und unter die Kupferschicht zu bekommen - so dass das Unterwasserschiff dann mit Kupfer eine glatte Aussenhaut hätte. Aber bisher habe zumindest ich noch kein Modell, Plan, Gemälde oder gar Schiff gesehen, das das aufzeigen würde.
Ob ich mich also umsonst abmühe, eine Klinkerbeplankung für das Unterwasserschiff darzustellen?
.. das schöne an meinem Irrtum: da ich jetzt die "Zwischenräume" nicht ausschneiden muss an diesen 3er- und 2er-Planken, geht das Ausschneiden entsrpechend viel schneller. Auch spannend: man wird immer genauer und schneller mit dem Messer. Es ist ein bischen wie Motorrad-Fahren: man schneidet (bzw. fährt) dorthin, wohin man schaut! Hat man die Linie gut im Blick, folgt das Messer dem Weg recht gut. Schwieriger ist es allerdings, schneidet man das Furnier, weil hier natürlich die Maserung einen Einfluß nimmt!
Aber hier geht´s ja nur um Karton - der ist "isotrop":
Danach das einpinseln mit Kleber - mein verdünnter Holzleim. War das ein Tipp von @Bonden ? "großflächig und dünn". Na ja, das sieht jetzt nicht dünn aus - aber ich hab auch wieder Kleber runtergepinselt bzw. etwas eintrocknen lassen.
Und dann eben auf den Rumpf damit: die 2te "Planke" der Unterbeplankung: diesmal so herum, dass ich die gedruckten Linien sehen kann, damit ich die richtige Klinkerbeplankung daran ausrichten kann. Und diesmal die "2" Planken nicht getrennt, da die beiden Linien zwischen ihnen eben KEIN Ausschnitt, sondern die Markierung der Außenplankenposition werden muss.
Und nicht täuschen lassen: die schwarze "Planke" ist nicht das Barkholz sondern die erste der 6 Unterplanken, die ich noch anders herum aufklebte, weil ich dachte, es wäre clever, schwarz aussen zu haben .. weil ich noch nicht verstanden hatte, dass ich die Markierungen für die entgültige Klinkerbeplankung brauchen würde.
Hier zeigt es sich: Was ich lerne (und ich kann nicht behaupten, ich wäre nicht gewarnt worden ): das Papier wird unter dem Leim - auch wenn nur dünn aufgetragen und schon etwas angetrocknet - doch sehr weich und der Druck, den man zum anlegen an die 3D-Form benötigt, sorgt sehr schnell für Verformung und Dellen.
Vermutlich hätte Eberhards @wefalck Tipp mit dem Ausfüllen der Spantenzwischenräume am besten geholfen. Ob ein Spachteln der Oberfläche geholfen hätte, kann ich nicht recht sagen, weil ich denke, dass die Spachtelschicht sehr dünn und damit möglicherweise auch nicht sehr stabil gewesen wäre.
Aber gut - so ist das Ergebnis jetzt. Ich lerne eben noch und .. noch habe ich ja die Hoffnung, dass die Klinkerplanken das alles wieder etwas verstecken lassen. Obwohl natürlich die Gefahr besteht, dass sie im Gegenteil jeden Fehler im Untergrund über die vielen parallelen Kanten noch sichtbarer machen. On verra!
Hier noch eine Stelle, wo mein Daumen für einen Augenblick fest drücken musste...
Deng! .. Delle.. Ob da eine Jolle im Weg war, die abgräumt wurde?
Fun-Fact: In "Master und Commander" sagt Jack Aubrey zu seinen Offizieren, als sie das Spantengerüst der Archeron / Constitution betrachten und die Dicke der Hülle ausrechen. "That´s why we can´t dent her" .. "to dent" ist aber "einbeulen"/"eindellen" .. ein Ausdruck, der für Stahl und Blech geeignet ist, nicht aber für hölzerne Schiffe. Ich muss heute Abend mal schauen, was er in der deutschen Synchonisation sagt. .. Einer der ganz wenigen "Fehler", die mir aufgefallen sind und deutlich weniger auffällig, als wenn in Historienschinken die Kommandeure den Bogen- oder Katapultschützen "FEUER!" als Kommando für´s Abschiessen zurufen..
Das Heck sieht etwas zerrupft aus, weil ich nach den ersten Erfahrungen am Schanzkleid einfach mal ein paar Millimeter Überstand an den "Planken" gelassen habe. Am Achtersteven sind die Planken etwas überstehend und auch am Spiegel (Teil "K") stehen einige über. Eine hilfreiche Maßnahme, wie sich zeigt:
Auch wenn die Lücken in dieser Unterbeplankung z. T. recht groß sind, und auch Wellen und Dellen zwischen den Spanten entstanden sind.. ich bin soweit für heute zufrieden mit dem Ergebnis. Wir werden sehen, wie sich die richtigen Planken verhalten. Hier muss ich jetzt wirklich sehr sorgfältig arbeiten, da vermutlich jede unsaubere Kante bei so vielen fast parallelen "Linien" für das menschliche Auge sofort sichtbar werden. .. Da muss ich mir jetzt wohl RICHTIG Zeit nehmen.
Ahoi @Marcus.K. Ich mag deinen etwas chaotisch wirkenden Baubericht. Puristen raufen sich vermutlich die Haare.
Zitat von Marcus.K. im Beitrag #70Ob ein Spachteln der Oberfläche geholfen hätte, kann ich nicht recht sagen, weil ich denke, dass die Spachtelschicht sehr dünn und damit möglicherweise auch nicht sehr stabil gewesen wäre.
Tja, da könnte ich jetzt ein mit fiesem Grinsen ausgesprochenes "hätteste mir ruhig glauben können" hinterher schieben, lasse es aber. Das ist eben das gemeine am Papier - es sucht sich immer den kürzesten Weg. Ob man die aufgemalten Linien für die finale Klinkerschicht wirklich braucht, weiß ich nicht. Ich würde darauf vertrauen, dass das Anbringen von Einzelplanken einer Logik folgt und nicht irgendwelchen Bauplanlinien - und aus diesem Grunde jetzt auf diese zweite Plankenschicht Spachtel auftragen. Aber ich betone nochmal: ICH würde das machen - ob das dann bei diesem Modell richtig ist, weiß ich auch nicht, und du entscheidest letztendlich, wie du weitermachst. Aber die Dellen nimmst du weiter mit, wenn du da gar nichts machst, da bin ich mir ziemlich sicher. Sie werden abgeschwächt und können mit einem günstigen Blick- und Lichteinfallwinkel "wegfotografiert" werden.
Zitat von Bonden im Beitrag #71Ahoi @Marcus.K. Ich mag deinen etwas chaotisch wirkenden Baubericht. Puristen raufen sich vermutlich die Haare.
Das freut mich sehr! Ich weiss mein Erzählstil liegt nicht jedem. Sehr wortlastig . Aber ich schreibe auch nicht nur, um Euch zu unterhalten, sondern auch für mich selber. So als Zeitkapsel sozusagen. Wenn es aber dem geneigten Leser gefällt, um so besser... und sich Haare raufende Puristen sind bestimmt schon alle schreiend geflohen. Das Einzige, das ich "pur" will, das ist Vanillie Eis. Ansonsten hat für mich jedes Material und jede Methode ihre Berechtigung - so sie richtig angewendet werden und das Ergebnis (ganzheitlich bitte!) befriedigt.
"Chaotisch wirkend..." nun ja, ich denke einerseits kann ich Euch keinen Hochglanzbericht eines wunderschönen POF Bau´s bieten, denn davon bin ich Lichtjahre entfernt. Andererseits hat irgend jemand vor einiger Zeit hier mal geschrieben, dass es auch mal gut ist, das "Scheitern" und die "Irrungen und Wirrungen" bis zum Ziel zu sehen, um als "Normal-Modellbauer" nicht in tiefe Depressionen zu stürzen ob der phantastischen Werke, die so mancher von Euch hier so bietet. Und tatsächlich finde ich es auch spannend, wenn Bauberichte auch die Versuche und Try-Out´s zeigen. Dabei lernt man so einiges. Und kommt auf Ideen .. Wie heisst es so schön: "der Kluge lernt aus seinen Fehlern, der Weise aus denen der Anderen!" ..
Zitat von Bonden im Beitrag #71Tja, da könnte ich jetzt ein mit fiesem Grinsen ausgesprochenes "hätteste mir ruhig glauben können" hinterher schieben, lasse es aber. Das ist eben das gemeine am Papier - es sucht sich immer den kürzesten Weg.
Ja, Dein fieses Grinsen habe ich mir verdient. Ich hätte ja - gem. dem gerade zitierten Spruch - auch einfach aus Euren Erfahrungen lernen können. Aber eine meiner negativen Eigenschaften ist, dass ich immer wieder mal denke, ich könnte es besser / ich wüsste es besser. Und da ist nichts heilsamer, als ab und an auf die Fre..e zu fallen. Das holt einen buschstäblich wieder auf den Boden der Tatsachen.
Aber ernsthaft. Es war gut für mich, dass ich den Versuch so gemacht hatte, denn die "Weichheit" der Konstruktion selbst zu "begreifen", das ist wichtig. Im Trockenen macht die Konstruktion einen so stabilen, so robusten Eindruck. Aber wie weich das alles wird, wenn der Leim erstmal angefangen hat, flächig die Oberflächen zu benetzten, und wie schwer es ist, die Planken "großflächig" so auf das Spantengerüst zu drücken, ohne auch die Spantenzwischenräume mit Druck zu beaufschlagen, das hätte ich vorher nicht geglaubt. Übrigens denke ich nicht, dass das Papier sich bei den Dellen den "kürzesten Weg" gesucht hatte.. dann wären die Dellen in sich gerade. Also ich meine, dann müsste das Papier von Spant zu Spant jeweils in einer "Geraden" verlaufen, die nur beim Spant einen Knickt macht. Aber man sieht ja, dass es nach innen gebeulte Dellen sind - wie bei einem Zeppelin (einem "echten"), wenn der Aussendruck durch die Druckkurve beim "Fahren" durch die Luft entlang der Hülle zwischen den Spanten die Bespannung nach innen drückt. Nein, ich glaube, ich habe mit meine Patschehänden zu viel Druck ausgeübt und nach Innen gedellt. Tatsächlich habe ich schon überlegt, ob ich das wieder "ausdellen" könnte. Aber Druck von Innen geht nicht. Sogar wenn ich alle Luken abdichte, ist der Rumpf als solcher zu undicht. Auch ob ich "flächiger" drücken könnte, was mir bei den letzten Planken sogar etwas gelungen ist. (wobei dort auch die Kontur wieder einfacher wurde!).
Ich denke ja immer noch, dass ich die Holzplanken sich leichter ohne Beulen aufbringen lassen und durch ihre eigene Steifigkeit diese Dellen nicht bekommen. Man müsste es aber schaffen, die Planken nur an den Spanten drehmomentfrei anzudrücken - dann würde sich die schöne Kurve von alleine Ergeben. Aber genau das ist ziemlich schwierig mit nur 2 Händen und wenn der Kleber nicht ewig offen bleibt. .. und dann auch noch in Klinkerbauweise, wo jede Planke nur eine "Linien"-förmige Unterstützung haben wird.
Ich bin geneigt, meinem Cutter Alert einen neuen Namen zu geben: der fiktive "HM Cuttter Attempt" .. denn ein Anlauf, ein Versuch ist dieses Modell ja ...
Was ich zur Zeit überlege: ob ich eine Seite spachtle, und die andere ungespachtelt lasse. Nur um mal den Effekt zu erleben.. Ich denk mal drüber nach ..
ZitatDer Plan von Shipyard, wie auch die Zeichnungen von Goodwin im AOTS-Band - wie auch die Modelle im NMM zeigen meist geklinkerte Rümpfe an Kutter. Allerdings: laut AOTS-Band, S. 22 Table 8 wurde die Alert nach zunächst "painted Bottom" dann im Juli 1777 gekupfert. Wie das auf einem Klinkerrumpf funktioniert, ist mir nicht ganz klar.. aber die Tabelle gibt an, dass sie schon im Okober 1777 (!!) ein zweites Mal gekupfert bzw. der Kupferbeschlag repariert wurde. Ein Zeichen dafür, dass das nicht ganz einfach war? Oder ein Zeichen dafür, dass die Alert gar eine Kraweelbeplankten Rumpf hatte - und damit ein Exemplar des Übergangs zu größeren, nicht mehr Klinker-beplankten Rümpfen ist? Die Klinkerrümpfe neigen bei größeren Schiffen eher zu Undichtigkeit, wodurch diese Beplankung bei eher kleineren Schiffen und natürlich Booten angewendet werden konnte.
Es gibt sowohl geklinkerte als auch kraweel beplankte Kutter. @Alexander hat zu dem Thema mal ein paar Zeilen geschrieben, die ich gerade nicht finde. Ich habe zu Hause noch einen Artikel der aufzeigt, wie geklinkerte Rümpfe möglicherweise gekupfert wurden. Man sieht dann oberhalb der Kupferung die Klinkerbeplankung, während der gekupferte Bereich wieder kraweel aussieht. Wenn ich eine geklinkerte Beplankung darstelle, würde ich diesen nicht mehr kupfern. Bei der Alert solltest Du allerdings auch auf das weiße Unterwasserschiff verzichten.
Gruß Christian
in der Werft: Cutter Alert, 1777, HM Sloop Fly, 1776 - 1:36 auf dem Zeichenbrett: Cutter Alert, 1777, HM Sloop Fly, 1776, HM Fireship Comet, 1783, HM Boomb Vessel Aetna, 1777
Pause: HMS Triton, 1771 - 1:48
"Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen." "Habe keine Angst vor der Perfektion - Du wirst sie nie erreichen" Salvador Dali
wenn Du den Artikel finden würdest, wäre das toll.
Ich hatte mir schon gedacht, dass quasi alles, was bei Goodwin "weiss" ist, einfach etwas dicker und glatt wäre, etwa auf dem Niveau der "Außen"-kante der Klinkerbeplankung - und dann gekupfert - während die Klinkerbeplankung zw. Barkholz und Wassserlinie eben noch zu erkennen ist.
Wenn meine Klinkerbeplankung (immerhin ein Erstlingswerk) überhaupt nicht funktioniert, ist DAS noch eine Rettungsoption für das Modell
Zitat von AnobiumPunctatum im Beitrag #73Bei der Alert solltest Du allerdings auch auf das weiße Unterwasserschiff verzichten.
Warum würdest Du das? Das Unterwasserschiff muss doch in irgend einer Form geschützt worden sein? Oder ginge es Dir darum, die Klinkerbeplankung schöner sichtbar zu gestalten?
Warum hat Goodwin für den AOTS-Band wohl das Weiss ausgesucht? .. Dachte er an "white stuff"? .. aber eigentlich seltsam, weil er ja offenbar Belege für das Kupfern hatte. Oder was würdest Du aus Deiner Recherche heruas anstelle von Kupferung nehmen (sagen wir, für einen fiktiven Cutter "HM Cutter Attempt 1772")?
So wie hier vielleicht: dunkel? (nicht verwirren lassen - das weisse ist hier oberhalb der Wasserlinie
Dabei geht es um die Peggy of Castletown - ein "Rennboot" mit "Sliding Keel". Ebenfalls geklinktert. Eine spannende Geschichte. Einerseits hat das Boot eine Innovation eingebaut
Woher weißt Du das Goodwin das Unterwasserschiff weiß dargstellt hat? Bei mir zeigt der Einband des AotS diese Farbgebung. Vielleicht kommt die Darstellung durch das Gemälde von Marshall, da es in den 1750er Jahren noch kein gekupfertes Unterwasserschiff gab. Ich müsste noch einmal nachschlagen, aber wenn mich meine grauen Zellen nicht im Stich lassen, geht aus dem Winfield hervor, dass der Kutter von Anfang an geklinkert war.
ZitatOder was würdest Du aus Deiner Recherche heruas anstelle von Kupferung nehmen (sagen wir, für einen fiktiven Cutter "HM Cutter Attempt 1772")
White staff, die Kupferung wurde erst später eingeführt.
Gruß Christian
in der Werft: Cutter Alert, 1777, HM Sloop Fly, 1776 - 1:36 auf dem Zeichenbrett: Cutter Alert, 1777, HM Sloop Fly, 1776, HM Fireship Comet, 1783, HM Boomb Vessel Aetna, 1777
Pause: HMS Triton, 1771 - 1:48
"Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen." "Habe keine Angst vor der Perfektion - Du wirst sie nie erreichen" Salvador Dali